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Es war der 26. März 1991 als im Sitzungssaal im Feuerwehrgerätehaus Gert Wölfel die Ehrenbürgerschaft verliehen wurde. „Erfolgreiche Bemühungen bei der Ansiedlung von Industriebetrieben auf dem ehemaligen WAA-Gelände, Erhalt bzw. Realisierung des Ausbildungszentrums auf dem ehemaligen BBI-Gelände, Unterstützung beim Bau der Sporthalle“, so steht es in der Begründung zur Verleihung auf der Homepage der Gemeinde Wackersdorf.

Doch bedarf es zur Person Wölfel, der einzige noch lebende Ehrenbürger von Wackersdorf, einiger Erläuterungen für den Leserkreis, dem der Genannte nicht so bekannt sein sollte.

Wölfel 1939 in Aš, im früheren Sudetenland, heute Tschechien, geboren, war Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der damaligen DWK bzw. DWW (Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen). Vor mehr als dreißig Jahren kam Wölfel von der Preussen Elektra nach Wackersdorf, wo er als Dipl. Kaufmann beim ehemaligen WAA-Projekt federführend tätig war.

Nach dem Ende des umstrittenen Kernkraftprojekts im Juni 1989 war Wölfel zusammen mit dem früheren Bayernwerks-, VIAG-Vorstands und Aufsichtsratsmitgliedes Dr. Jochen Holzer an vorderster Stelle an der Nachfolgenutzung des seinerzeitigen WAA-Geländes beteiligt.

Daneben setzte sich Gert Wölfel für die Bereitstellung und Verwendung von Fördermitteln zur Schaffung der Infrastruktur in der Region, speziell in Wackersdorf, ein. Die Gemeinde Wackersdorf erhielt z. B. eine neue Wasserversorgungsanlage, zusammen mit der Großen Kreisstadt Schwandorf eine Großkläranlage, eine Sporthalle etc.

Während sich andere Spitzenkräfte der früheren DWK nach dem WAA-Aus aus der Region verabschiedeten, blieb Wölfel seiner „zweiten Heimat“ treu. Er engagierte sich u.a. beim örtlichen Turnverein lange Zeit als 1. Vorsitzender, sowie als Stiftungsvorsitzender bei den Stiftungen zur Förderung der Hochschule Regensburg und beim GEO-Zentrum an der kontinentalen Tiefenbohrung in Windischeschenbach.

Auch beim Knappenverein und der Freiwilligen Feuerwehr in Rauberweiherhaus beteiligt er sich fördernd als Mitglied.

Nur am Rande sei erwähnt, dass Wölfel Ehrensenator der OTH Regensburg, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse sowie Träger der Karlsmedaille der Westböhmischen Universität ist.

Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Mitgliedschaften udgl., wo sich Wölfel beteiligt.

Heute verbringt der Ehrenbürger, der zusammen mit dem Wackersdorfer Dr. Reinhard Proske 2018 das Buch „Die WAA Wackersdorf, politisch gewollt, technisch machbar, betriebswirtschaftlich unsinnig“ verfasste, seinen Lebensabend im schmucken Anwesen am Brückelsee.

 

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Von Hans-Peter Weiß

Der Blick des Gekreuzigten schweift hinüber zum Münchshofener Berg, weit ins Naabtal hinein. Am Osthang des Holzberges steht seit Anfang der 1970er Jahre ein Feldkreuz. Der Landwirt Johann Wismann (Jahrgang 1928), Alberndorf Nr. 7,  hatte es hier her versetzt, nachdem das Kreuz an seinem Standort dem Autobahnbau im Wege stand. Die Familie Wismann besaß im heutigen Bereich des Autohauses Maschek mehrere landwirtschaftliche Grundstücke. Diese wurden auch „Gstoana“ genannt. In einer Wiese befanden sich drei kleine Weiher und ein Brünnerl in dessen Nähe das Feldkreuz einst stand. Lediglich eine Tafel mit der Inschrift „Gelobt sei Jesus Christus“ und der Jahreszahl „1901“ ist in den Granitstein eingefasst. Theresa Wismann (geb. Trautner) überlieferte ihrer Tochter Anneliese mündlich lediglich, dass hier einmal ein Mann vom Blitz erschlagen wurde. Diese Aussage kann bezweifelt werden, da das Marterl noch einen weiteren Standort hatte. Eventuell trifft diese Version auf ein altes Holzkreuz zu, dass sich ebenfalls in diesem Bereich befand. Gesichert ist nur, dass der Landwirt Wismann das Flurkreuz im Zuge des Autobahnbaus und der Flurbereinigung auf eine Anhöhe am Holzberg versetzt hat. Ein besonders christlicher Zeitgenosse hatte den Herrgott eines Tages gestohlen. Anneliese Rückerl, die sich um das Feldkreuz und dessen Umfeld kümmert, ließ daraufhin einen neues vergoldetes Kruzifix anbringen.

Jüngsten Recherchen zufolge hatte das Kreuz einen ganz anderen Standort. Josef Hottner (d’Wirt-Sepp) erzählte, dass Michael Tausendpfund (*1856, †1936) das Feldkreuz zuerst am Dorfanger (heute Spielplatz) aufstellen ließ. Dort trafen sich die Alberndorfer auch zu Maiandachten und anderen Anlässen. Nachforschungen konnten kein Licht ins Dunkel bringen, was sich damals um die Jahrhundertwende zugetragen hat bzw. warum das Marterl aufgestellt wurde. Irgendwann im Lauf der 120-jährigen Geschichte kam das Kreuz an den Irlacher Kirchenweg, der hinüber nach Kronstetten führte. Dieser verlief aus heutiger Sicht zwischen der Autobahn und dem Widmann-Areal. Wie auch immer, das Marterl steht seit 1901 auf den Alberndorfer bzw. Wackersdorfer Fluren, wo es den Gläubigen zu einem kurzen Halt einlädt.

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Ein Kreuz gibt Rätsel auf

„Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz" - Diese volkstümliche Redewendung könnte man beinahe anwenden, wenn es um die Recherche zum Kriegergedächtniskreuz am sogenannten „Kalvarienberg" an der Gemeindeverbindungsstraße von Wackersdorf nach Oder geht. Wie man in diesen Tagen im Pfarrbrief Nr. 31/2021 der katholischen Pfarrei St. Stephanus nachlesen kann, wird am 10. September 2021 im Rahmen einer kleinen Feier der Errichtung des Grubenkreuzes vor hundert Jahren gedacht.

Dies gibt Anlass die Vorgeschichte des Grubenkreuzes genauer zu beleuchten.

In der Chronik der Pfarrei Wackersdorf steht unter 1921 folgender Text: „am 18. Dez. das Gedächtniskreuz f[ür] d[ie] Gefallenen geweiht.“ Den Eintrag nahm der damalige Ortsgeistliche Adolf Amann vor, der in der Zeit von 1913 bis 1926 in Wackersdorf wirkte.

Pfarrchronik von Wackersdorf über den Eintrag zu einem Gedächtniskreuz

 

Auch im Buch von Josef Rappel „Wackersdorf - Das Werden einer modernen Industriegemeinde“ aus dem Jahre 1974 befindet sich ein Verweis: „1921/Am 18. Dezember wird das Kriegergedächtniskreuz eingeweiht.“ Den Quellen nach zu urteilen, war es also zunächst weniger als „Grubenkreuz" gedacht denn als Gedächtniskreuz für die Gefallenen des Krieges.

Bei Sichtung verschiedener Museumsunterlagen im Wackersdorfer Industrie- und Heimatmuseum treten weitere Beschreibungen zu Tage, die folgender Art sind:

Die offizielle Bezeichnung lautet: „Grubenkreuz der ehemaligen BBI/Wackersdorf.“ Der ursprüngliche Standort war an einem Verbindungsweg nach Oder. Später wurde es auf dieser Aufschüttung aufgestellt für den sich der Name Kalvarienberg eingebürgert hat."

Historische Aufnahmen die das Kreuz am Kalvarienberg am Ortsrand von Wackersdorf zeigt

 

Weitere Beiträge dazu gibt es aber auch von offizieller Seite, nämlich dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Dort steht, wie folgt, aufgeführt:

„(D-3-76-175-3) Knappensee, Grubenkreuz, gefasstes Holzkruzifix über breit gelagertem Kunststeinsockel mit Inschriftentafeln, 1922/1923; südl. von Wackersdorf auf hainartigem Gelände der Bayer[ischen] Braunkohlen Industrie (nachqualifizert)"

Ergänzend dazu sind wiederum in anderen Museumsunterlagen die nachstehenden Aufzeichnungen festgehalten.

Im Registrar unter der Rubrik „Religiöse Denkmäler" ist hier das „Grubenkreuz der ehemaligen BBI/Wackersdorf" aufgeführt. Das „Holzkruzifix über Kunststeinsockel", welches sich auf einem "hainartige[n] Hügel im Gelände der ehemaligen BBI. Fl.-Nr. 199, Gemarkung Wackersdorf" befindet, wurde im Jahre „1922/1923" errichtet und „in die Denkmalliste nach Schreiben des Bayer. Landesamtes f. Denkmalpflege vom 05.06.1984" aufgenommen. Zur Zeit dieser Niederschrift war das Holzkreuz noch im Eigentum der Bayernwerk AG München. Zum Stifter und zum Künstler werden dann noch folgende Quellenangaben beigefügt:

„Man nimmt an, da[ss] die Errichtung des Grubenkreuzes in Wackersdorf im ursächlichen Zusammenhang mit der Einweihung der St. Barbara-Kriegergedächtnis-Kapelle beim Krankenhaus in Schwandorf zu sehen ist. Im Heft Nr. 18, 34. Jahrgang, März-Heft 1924, der Zeitschrift „Das Bayernland" wird davon berichtet, da[ss] am 1. Oktober 1922 von dem damaligen Bischof von Regensburg, Dr. Antonius von Henle, diese Gedächtniskirche konsekriert wurde." Verwiesen wird dabei auch auf die Ortschronik von Wackersdorf. „Etwa 200m vom Verwaltungsgebäude der BBI steht auf einem kleinen Hügel inmitten von Bäumen das „Grubenkreuz". Der steinerne Sockel trägt in der Mitte die Inschrift ORA ET LABORA. Links im Sockel ist zu lesen: „Gekreuzigter Heiland schütze und segne unser deutsches Vaterland." Rechts steht: „Gekreuzigter Heiland schenke unseren gefallenen Helden die ewige Ruhe." Auch ein Nachtrag von Hubert Rappel ist auf dem Formular zu finden: „Nach Aussage von Gemeinderat Josef Bauer, Jungholzstraße, ehemaliger BBI´ler, beteten dort die Knappen vor Schichtbeginn in der Zeit Dr.-Ing. e.h. Oskar Kösters, Vorstandsmitglied der BBI von 1907 - 1926."

Ein ähnlicher Beitrag ist im Bayernatlas unter der Rubrik „Denkmäler“ vorzufinden.

Des Weiteren hat der ehemalige  Wackersdorfer Schichtelektriker Max Feldmeier in einem Foto- und Textbeitrag in der BBI-Werkszeitschrift davon berichtet, dass „an Stelle eines früheren Feldkreuzes auf dem Weg nach Oder diese Gedenkstätte 1920“ errichtet wurde.

- Zwischenfazit: Folgt man den verschiedenen Ausführungen, so dürfte ursprünglich ein Feldkreuz Anlass für eine Gedächtnisstätte gewesen sein. Dieses muss dann in den Jahren ab 1922 (es exisitieren unterschiedliche Angaben!) durch das heutige Gedächtniskreuz ersetzt worden sein. -

In einer Zulassungsarbeit für die Erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen befasste sich die Schwandorferin Heidemarie Söldner (Zitzler) im Jahre 1967 eingehend mit Feldkreuzen, Marterln und Kapellen im Dekanat Schwandorf. Die angehende Lehrerin führte dabei auch Gespräche mit damaligen BBI-Mitarbeitern, so auch mit einem Herrn „Bauer“. Dieser erzählte ihr, dass dieses Kreuz früher am Stadel des Diermeier-Hofes hing. Dieser Hof stand auf dem Werksgelände der BBI. Als er von der BBI abgelöst wurde, „nahm sich der alte Diermeier aus, dass sein Kreuz dort aufgestellt werden müsse.“ Das Kreuz soll nach den Aufzeichnungen von Frau Söldner vom Bischof 1925 eingeweiht worden sein. An der Pforte des BBI-Büros sei ihr zudem versichert worden, dass das Kriegerdenkmal 1922/1923 durch Direktor Kösters errichtet worden sei.

Doch welches Kreuz hatte der damalige Bischof Dr. Antonius von Henle am 1. Oktober 1922 eingeweiht?  Das Foto aus der Zeitung „Das Bayerland“ aus dem Jahre 1924 zeigt ein ganz anderes Kreuz mit steinernem Sockel, als dasjenige, das man heute an der Steinberger Straße beim Krankenhaus der Barmherzigen Brüder vorfindet. Die Sockelinschriften weisen dort lediglich auf die Kriegszeiten der beiden Weltkriege sowie mittig auf das Christusmonogramm hin.

Zwei Kreuze - selbe Bauart (Gedächtniskreuze in Wackersdorf und Schwandorf))

 

Vergleicht man jedoch das Foto aus dem Jahre 1924 mit einem aktuellen Bild vom Kreuz auf dem Kalvarienberg ergeben sich viele Ähnlichkeiten, wie z.B. das Kreuz selbst, aber auch die Inschriften-Mitte: Ora et labora, Inschrift links: „Gekreuzigter Heiland schütze und segne unser deutsches Vaterland“ und rechts:„Gekreuzigter Heiland schenke unseren gefallenen Helden die ewige Ruhe". (Wurde nun das "Schwandorfer Kreuz" von Direktor Kösters an den Kalvarienberg versetzt und steht heute in Schwandorf eine Nachbildung des vom Bischof eingeweihten Kreuzes? Die Ähnlichkeit ist jedenfalls frappierend!)

Die jetzt vorhandene Kreuzesanlage mit dem gesamten Umfeld wurde 2007 während der Amtszeit von 1. Bürgermeister Alfred Jäger umfangreich saniert. Der damalige Pfarrer Hubert Bartel segnete die Anlage am Palmsonntag 2007 nach Abschluss der Sanierungsarbeiten. Der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Wackersdorf spendete schließlich im September 2007 aus Anlass des 75-jährigen Vereinsjubiläums eine Linde, die nahe des Kreuzes gepflanzt wurde.

Das Gedächtniskreuz am Kalvarienberg in Wackersdorf

 

Dem Leser bleibt es letztendlich vorbehalten, sich aus dem ganzen Ablauf buchstäblich einen eigenen „Reim zu machen“ und die offenen Fragen (Stand das heutige Gedächtniskreuz zumindest in Teilen auf dem Weg nach Oder? Um welches Kreuz handelt es sich auf dem heutigen Kalvarienberg? Ist es das Kreuz, welches früher in dieser Aufmachung in Schwandorf stand? Gab es zwei baugleiche Kreuze?) bleiben unbeantwortet.

Dass im Jahre 1921 ein Gedächtniskreuz für die Gefallenen geweiht wurde, steht jedenfalls eindeutig fest.

 

 

Quellen:

Auszug aus der Pfarrchronik aus dem Jahr 1921.

Bayerischer Braunkohlen-Bergbau, Heft 74, Okt. 1969.

Bay. Landesamt für Denkmalpflege, Auszug aus Denkmalliste Stand: September 2021.

Das Bayerland, Zeitschrift 1924, S. 324.

Eigene Unterlagen.

Kapellen, Marterln und Kreuze im Dekanat Schwandorf, Stadtarchiv Schwandorf 08.01.-17.

Pfarrbrief Kath. Pfarrei Wackersdorf, Aug./Sept. 2021.

Wackersdorf, Das Werden einer modernen Industriegemeinde, Josef Rappel, 1974.

 

 

 

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Seit fünfzig Jahren an der Schwandorfer Straße, einst Zweigstelle der Kreissparkasse Burglengenfeld, später dann Filiale der Sparkasse im Landkreis Schwandorf

2020 war für mehrere Wackersdorfer Einrichtungen und Institutionen ein Jubiläumsjahr, darunter auch für die Wackersdorfer Sparkasse.

„Wenn‘s um Geld geht, Sparkasse!“ Dieser Slogan gilt seit 1929 auch in Wackersdorf. Am 14. Januar 1929 eröffnete die damalige Kreissparkasse Burglengenfeld im alten Wackersdorf eine Zweigstelle. Diese wurde vom Gemeindeschreiber Georg Meier nebenamtlich geführt, wie Josef Rappel in der Wackersdorfer Chronik schreibt.

1949 wurde die Einrichtung in das Gemeindehaus in Wackersdorf-West verlegt und bereits 1952 konnten die neuen Räume im ehemaligen Riedl-Anwesen am Marktplatz bezogen werden. Bereits damals fungierte als Leiter Siegfried Habel, der diese Stelle bis 1976 innehatte, ehe Artur Gut bis 1999 den Chefposten übernahm.

Nachdem Sparer- und Kundenkreis erheblich zunahmen, entschieden sich am 16. September 1969 die Verantwortlichen bei der Sparkasse und der Verwaltungsrat für einen eigenen Neubau in Wackersdorf. Mit der Planung wurde der allseits bekannte Krondorfer Architekt Albert Lotter beauftragt, der übrigens den besten unter vier eingereichten Planentwürfen fertigte. Eine schnelle Bauabwicklung ging vonstatten: 3. April 1970 Spatenstich, 3. Juli 1970 Richtfest! Bereits im Dezember 1970 erfolgte dann die feierliche Einweihung des neuen Gebäudes an der Schwandorfer Straße durch Prälat Augustin Kuffner, den der damalige Sparkassenchef Hans Doser noch aus seiner Zeit als Schüler kannte. Kuffner war einige Jahre Kaplan in Kemnath-Stadt, wo Doser zur Schule ging. Das Baugrundstück, das im Erbbaurechtswesen von der kath. Kirche an die Sparkasse verpachtet ist, hatte übrigens auch Prälat und Finanzdirektor Kuffner zu verantworten, da er bei der Diözese für diesen Bereich zuständig war.

Interessant, so nebenbei, waren bei der Einweihung auch die Ehrengäste, wie z.B. die Bürgermeister der Gemeinde Alberndorf, Josef Oberndorfer und Kronstetten, Georg Bruckner. Diese beiden Gemeinden waren 1970 noch eigenständige Gemeinden und wurden später dann im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Wackersdorf, bzw. Schwandorf eingemeindet. „So möge das Werk, das nun vollendet, seinen Meister loben!“ schloss damals der Sparkassenchef seine Rede, wie die Burglengenfelder Zeitung vom 14.12.1970 berichtete. (Zeitungsartikel)

Gut 25 Jahre sollte das Bauwerk den ständig wachsenden Anforderungen standhalten, ehe 1995/96 eine umfangreiche Sanierung und Umbau vorgenommen wurde.

In einem Flyer, der damals an alle Haushaltungen verteilt wurde, stand nach Abschluss der Sanierungsarbeiten Folgendes zu lesen:

"Ein regelmäßig erweitertes Angebot an Finanzprodukten und gestiegene Anforderungen unserer Kunden waren nur einige Gründe, unsere Geschäftsstelle Wackersdorf in modernster Weise umzugestalten. Sie präsentiert sich nun als Sparkasse mit zeitgemäßer Ausstattung und bewährtem Service. Sparkassenleiter Artur Gut und sein qualifiziertes Mitarbeiterteam werden ihre Kunden auch in der Zukunft fachkundig und zuvorkommend beraten."

Heute präsentiert sich die Sparkasse, die übrigens vor geraumer Zeit erneut saniert und modernisiert wurde, nach fünfzig Jahren an diesem Standort in einem schmucken Erscheinungsbild und stellt sich den aktuellen Anforderungen der Sparkassenkunden.

Ein Jubiläum, das vielen in der heutigen Zeit weniger bewusst ist, zumal im Zeitalter der Digitalisierung immer mehr Zweigstellen eingestellt werden.

 

 

Quellen:

Josef Rappel, Wackersdorf, Das Werden einer modernen Industriegemeinde, 1974, S. 247 ff

Foto: Privat

Sparkasse im Landkreis Schwandorf, Zeitungsbericht u. Flyer

 

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Bewertung: 5 / 5

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GATEX, die Abkürzung für Gallina (Firmeninhaber) und Texit, ein tschechisches Wort für Baumwollhartgewebe, besteht nunmehr seit genau vierzig Jahren in Wackersdorf.  Wenn auch der Name der Firma zwischenzeitlich in ISOVOLTA Gatex GmbH umfirmiert ist, bleiben die Produkte aus der Wackersdorfer Industriestraße 1 im Wesentlichen die gleichen.

Zur Geschichte der Firma:

Als sich Ende der siebziger Jahre das Ende der Braunkohlenindustrie in Wackersdorf abzeichnete, machten sich die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft auf den Weg, Nachfolgebetriebe für Wackersdorf zu suchen. Bald wurde man auf den Betrieb von Richard Gallina in Frankfurt Mörfelden aufmerksam, der sich mit dem Gedanken trug, seinen Betrieb aus den verschiedensten Gründen zu verlagern.

Selbst aus Wackersdorf fuhr damals eine Abordnung aus Gemeindevertretern zusammen mit dem damaligen Bürgermeister Josef Ebner und Landrat Hans Schuierer nach Mörfelden. Nach nur kurzer Zeit entschied sich Gallina  für die Ansiedlung in Wackersdorf am heutigen Standort im Industriegebiet Wackersdorf-Nord. Für das Industriegebiet Nord war Gatex die Geburtsstunde und damit Auslöser für weitere Ansiedlungen, wie die Eckart-Werke, Huber-Rappl, Scharf-Metall (heute HAGA) und WEWATEC.

Zurück zur Firma Gatex: Mit zunächst zwölf Mitarbeitern startete das Unternehmen mit der Verarbeitung von sogenannten Schichtpressstoffen für die Elektroindustrie, Rohre und Stäbe aus Hartgewebe, Isolierstoffe aus Hartpapier, Glashartgewebe für rotierende Bauteile in der Elektroindustrie, Gummikork als Formteile und Dichtungen für die Autoindustrie sowie technische Laminate aus Polyester und Kunstharzpressholz für Transformatoren.

1990 übernahm Thomas Turek die Geschäftsleitung von seinem Vater und mit ihm stieg auch die Anzahl der Arbeitnehmer. Zum 25-jährigen Bestehen im Jahre 2005 waren immerhin 140 Personen bei dem europaweit agierenden Betrieb in Lohn und Brot. Die Firma ging 2002 als Tochter in die österreichische Isovolta Group über.

In der Firmenbeschreibung heißt es , dass Isovolta Gatex zum wichtigen Geschäftsbereich „Machining“ wurde. Isovolta Gatex ist in der Bearbeitung von technischen Laminaten tätig. Die hergestellten Produkte kommen in nahezu allen Industriebereichen zum Einsatz.

Aufgrund der zunehmenden Automatisierung in der Produktion und in der Verwaltung werden Fachkräfte für Isovolta Gatex immer wichtiger. Deswegen bildet das Unternehmen immer schon junge Leute aus. „Wir sehen es als unsere Verpflichtung, Fachkräfte auszubilden, um auch in Zukunft den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden und so unserer Gesellschaftsverpflichtung nachzukommen“, so Geschäftsführerin Andrea Dirmeier. „Uns ist es wichtig, den jungen Leuten eine vielseitige und interessante Ausbildung zu bieten. Gerade weil unsere Produkte für Außenstehende abstrakt und schwer greifbar sind, möchten wir unseren Auszubildenden gute und umfassende Einblicke in alle für ihre Ausbildung relevanten Fachabteilungen gewähren. Teamarbeit und kollegiales Miteinander sehen wir als wichtige Bausteine für die Motivation der Mitarbeiter und den Erfolg des Unternehmens.“

Die Entwicklung der Produktion wurde stets optimiert, so dass umfangreiche Erweiterungen in den letzten Jahren erfolgten. Sogar ein eigener Firmenparkplatz wurde gegenüber des Werksgeländes an der Industriestraße angelegt.

Heute, nach genau vierzig Jahren, sind bei Isovolta Gatex GmbH am Standort in Wackersdorf   ca. 160 Personen beschäftigt.

 

Quellen:

Werksangaben der Isovolta Gatex GmbH

Onetz, Der Neue Tag vom 25.07.2005

https://www.isovolta.com/gatex_bearbeitung.php, Stand 27.11.2020

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