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Auswirkungen des Kohleabbaus - Wackersdorfs Ostkolonie

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Ein Beitrag zur Heimatgeschichte - von Karin Hottner

Der Kohleabbau in und um Wackersdorf durch die BBI AG hatte in vielerlei Weise auf die Ortschaft Wackersdorf und seine Bevölkerung einen nachhaltigen Einfluss. In den unterschiedlichsten Bereichen konnte und kann man die Auswirkungen und Einbringungen des Unternehmens erkennen.

Mit der Entstehung zweier Kolonien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Ort Wackersdorf erweitert. Dabei grenzten diese neuen Siedlungen nicht direkt am Ort an, sondern lagen etwas abseits, östlich und westlich des Dorfes. Hinter dem Bau der Kolonien stand immer die BBI, die um das soziale Wohl ihrer Arbeiter bemüht war, damit aber auch das Wackersdorfer Ortsbild durch Bauten beeinflusste.

 

Die Ostkolonie

Alt-Wackersdorf und die Ostkolonie, bearbeitet
    Alt-Wackersdorf und die Ostkolonie, bearbeitet

Kurz nach der Gründung der BBI wurde circa 800 Meter östlich der Ortschaft Wackersdorf die Ostkolonie gebaut. Die Belegschaft der BBI, die 1906 aus 111 Personen bestand, war nach drei Jahren des Kohleabbaus auf das Dreifache angewachsen (Vgl. Suckert, Braunkohle, S. 99.). Ein Massenquartier im Ort Wackersdorf für die Arbeiter, das zwar hygienisch einwandfrei war und auch unweit des Werkes lag, konnte keine Unterkunftslösung auf Dauer sein (Vgl. Oertelius, Die Braunkohlen-Industrie, S. 23.). 1907 wurden Pläne für die Arbeitersiedlung angefertigt (Vgl. StA A, Bezirksamt BUL 21223.) und schon 1908/09 entstand die Arbeitersiedlung Kolonie-Ost (Vgl. GW 322.). „Ein neues „Dorf“ [wurde] ohne Rücksicht auf die fehlende Infrastruktur aus dem Boden gestampft.“ (Blank, Museumslehrpfad, S. 57.) 21 Häuser mit 34 Wohnungen und dazugehörenden Gärten boten Unterkünfte für die Bergleute und deren Familien. Auch einen Konsumverein besaß die Siedlung. Ein freier Platz inmitten der Kolonie konnte von den Kindern zum Spielen und Tummeln genutzt werden. Hauptsächlich qualifizierte Arbeiter, in denen man die „Garanten für eine positive Betriebsentwicklung“ (Weigl, Industrie, S. 53.) sah, hatten in der werksnahen Siedlung ihr neues Zuhause. (Vgl. Weinauer, Werk Wackersdorf, S. 556., Vgl. dazu auch Weiß, Wackersdorf, S. 174., Vgl., dazu auch Rappel, Wackersdorf, S. 249., Vgl. dazu auch Weigl, Industrie, S. 53.)

Der Ort Wackersdorf war binnen zweier Jahre um eine komplette Siedlung gewachsen. Etwa ein Jahrzehnt später sollte eine weitere Kolonie, dieses Mal im Westen, das Dorf vergrößern.

 

Quellen:

Gemeinde Wackersdorf: 322. Ortsbroschüre und Ortsplan. Geschenkartikelbestellung. Gemeindechronik.

Bezirksamt Burglengenfeld. 21223. Arbeiterwohnhäuser der Gewerkschaft in Wackersdorf. 1907.

 

Literatur:

Blank, Gottfried, Museumslehrpfad Wackersdorf-Steinberg. Begleitheft zum Museumslehrpfad zwischen dem Heimat- und Braunkohlenmuseum Steinberg und dem Industriemuseum Wackersdorf. Dokumentation der Lehrpfadinhalte, Nabburg 2001.

Oertelius, Franz, Die Braunkohlen-Industrie der Oberpfalz, München 1906.

Rappel, Josef, Wackersdorf. Das Werden einer modernen Industriegemeinde, Amberg 1974.

Suckert, Ludwig, Wirtschaftsstandort Wackersdorf, Wackersdorf 2000.

Weigl, Julia, IndustrieKulturGeschichte im Landkreis Schwandorf, Regensburg 1994.

Weinauer, Rudolph, Das Werk Wackersdorf der Bayerischen Braunkohlen-Industrie A.G. in Schwandorf (Oberpfalz), in: Jahrbuch der bayerischen Wirtschaft 1926, Stange’s technischer Beratungsstelle München (Hg.), München 1926, S. 549-558.

Weiß, Hans-Peter, Wackersdorf im Strukturwandel. 850 Jahre Ortsgeschichte – 50 Jahre Umsiedlung, in: Landkreis Schwandorf, Jahresband zur Kultur und Geschichte im Landkreis Schwandorf. 12./13. Band – 2001/2001, Amberg o.J., S. 172-184.

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