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Wackersdorf - eine kleine Wappenkunde

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Vom hiesigen Gemeinderat beschlossen führt Wackersdorf im Einvernehmen mit der Regierung der Oberpfalz seit 1973 das heutige Wappen. Als Beleg hierfür gilt ein Schreiben der Regierung der Oberpfalz, das auf den 13.11.1973 datiert ist (vgl. Onlineangebot: Haus der bayerischen Geschichte).

Die Beschreibung des Wappens (Bläsonierung) dürfte, wie folgt, lauten: In Blau auf goldenem Boden steht ein goldener Laubbaum. Sein Stamm wird von schräg gekreuzten Schlägel und Eisen überdeckt, die silberfarben sind. Heraldisch zeigt das Eisen dabei nach links, der Schlägel hingegen nach rechts.

Wappen der Gemeinde Wackersdorf
Wappen der Gemeinde Wackersdorf

Welche Botschaft sich hinter dem Wappen verbirgt, ist schnell erklärt. „Am 5. Februar 1906 schlug (…) die Geburtsstunde der Bayerischen Braunkohlen Industrie [BBI AG]“ (BBI AG, 1906-1956, S. 19). Der damit verbundene großangelegte Abbau der Kohle bewirkte für die Region, und hier speziell für die Bevölkerung von „Alt-Wackersdorf“, eine einschneidende Veränderung des bisherigen Lebens. Die BBI brachte Arbeit und Kapital in den lokalen Raum. Ein Großteil der Einwohner von „Alt-Wackersdorf“ verdiente folglich dort seinen Lohn. Wackersdorf war besonders in jener Zeit einem fortschreitenden Umbruch im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge unterworfen. Schlägel und Eisen stehen also für die montanwirtschaftliche Prägung des Ortes. Letztendlich entschied man sich sogar für die Umsiedlung des Ortes. Das Dorf selbst stellte neben anderen wichtigen Aspekten den Hauptgrund dar. Es stand über mächtigen Kohleflözen. Für die geplante „Kapazitätsverdoppelung im Dampfkraftwerk Schwandorf“ (Siegert Toni, 31993, S. 184) musste auch die Förderung der Kohle um ein erhebliches Maß gesteigert werden. Da man sich über die Größe des dringend benötigten Kohlereservoirs über „Alt-Wackersdorf“ bewusst war, griff man die in „1917“ (Rappel, J., 1974, S. 45) angestellten Überlegungen wieder auf, das Dorf umzusiedeln. Das war keine leichte Entscheidung. Aber ein „Kohlenvorrat von 17 Millionen Tonnen aus eine[r] 20m“ (Heimatkundlicher Arbeitskreis Steinberg-Wackersdorf e.V., 2001, S. 57) dicken Schicht, förmlich also eine Arbeitsplatzgarantie für weitere Jahre, konnte man nicht von der Hand weisen. Außerdem benötigte man gerade in der Nachkriegszeit, in welcher der Energieverbrauch durch den Wiederaufbau und die allmählich sich wieder erholende Wirtschaft stetig stieg, „heimische Energiere[ss]ourcen“ (Siegert, Toni, 31993, S. 184).

Doch wofür steht nun der goldene Laubbaum. „200 Millionen Tonnen Braunkohleförderung“ (Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum des Knappenvereins, S. 35) hatten eine lange gewachsene Vegetation zerstört und eine zerfurchte Mondlandschaft hinterlassen. Wälder, Wiesen und Felder mussten den anrückenden Baggern weichen. Man spricht von „830 Hektar“ (Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum des Knappenvereins, S. 35)  Land, welches vor dem Abbau Kohle führte, das nun wieder rekultiviert (wiederhergestellt) werden musste. In Wackersdorf wurde in folgenden Bereichen rekultiviert: Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Teichwirtschaft; auch Biotopflächen wurden angelegt.

 

Quellen:

Bayerische Braunkohlen Industrie AG (Hg.): Bayerische Braunkohlen-Industrie AG 1906-1956, Schwandorf o. J.

Heimatkundlicher Arbeitskreis Wackersdorf-Steinberg e.V. (Hg.): Museumslehrpfad Wackersdorf-Steinberg. Begleitheft zum Museumslehrpfad zwischem dem Heimat- und Braunkohlemuseum Steinberg und dem Industriemuseum Wackersdorf. Heimatkundliche Schriftreihe Nr. 8, Wackersdorf/Steinberg 2001.

Knappenverein Wackersdorf, (Hg.): 60-jähriges Jubiläum des Knappenvereins Wackersdorf, Schwandorf o. J.

Rappel, Josef: Wackersdorf. Beiträge zur Geschichte der Gemeinde und Pfarrei Wackersdorf, Wackersdorf 1974.

Siegert, Toni: Landkreis Schwandorf. Das große Heimatbuch, Regensburg 31993.

 

Internetquellen:

https://www.hdbg.eu/gemeinden/web/index.php/detail?rschl=9376175, Stand: 4.02.2018.

 

 

 

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