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Eckdaten zur Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf

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-Zahlen und Daten-

Anlässlich des Kinofilms „Wackersdorf“, der im Jahr 2018 in die deutschen Kinos kommen soll, sei hier noch einmal an Wackersdorfs bewegte Vergangenheit gedacht.

Über die WAA Wackersdorf ist schon sehr viel geschrieben worden, von Gegnern als auch Befürwortern! Nach fast dreißig Jahren nach dem Aus für die Errichtung dieser Anlage in Wackersdorf bleibt es dem Leser vorbehalten, sich noch einmal vor Augen zu führen, welch große Anzahl von Ereignissen, Daten und Zahlen zu dieser geplanten Anlage entstanden sind.

Die nachfolgende Aufzählung hat nicht den Anspruch vollständig zu sein. Sicher gäbe es noch das eine oder andere Ereignis, das es wert wäre, für die Nachwelt aufgeführt zu werden, doch selbst bei intensiver Recherche ist es nicht möglich, diesem Ansinnen Rechnung zu tragen, so dass hier nur Eckdaten angeführt werden:

 

Datum   Ereignis   Quelle/Nachweis
30.11.1977   Entsorgungsbericht des Bundes   BT Drucksache 8/1281
         
1977   Gründung der Deutschen Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen mbH (DWK) mit der Aufgabe der Entsorgung der deutschen Kernkraftwerke   Siehe 3)
         
28.09.1979   Festlegung im Bundestag zum „integrierten Entsorgungskonzept“   Mehrere BT Drucksachen in 1979
         
16.05.1979   „Gorleben-Hearing in Niedersachsen; WAA“ „sicherheitstechnisch machbar, aber politisch nicht durchsetzbar“   1) Nachdruck der Sonderbeilage zur Ausgabe vom 25.07.1989 der Mittelbayerischen Zeitung
         
1979   Gespräch des bayerischen Umweltministers Alfred Dick mit Landrat Hans Schuierer über mögliche Standortuntersuchungen im Raum Schwandorf   Zeitzeuge ehemaliger Landrat Hans Schuierer
         
1980   Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zeigen Interesse an Errichtung einer WAA   2) Zweck, Erich: Vom WAA-Projekt zum vielseitigen Industriestandort, o. O. 0. J.
         
03.12.1980   Bayerischer Ministerpräsident Franz-Josef Strauß signalisiert Bereitschaft zur Standortprüfung einer WAA in Bayern.   Siehe 1)
         
1.12.1981   DWK eröffnet Standortrepräsentanz in Gebäuden der ehem. BBI AG (Bayerische Braunkohlen Industrie AG)   Eigene Angaben
         
18.02.1982   Die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen mbH (DWK) stellt bei der Regierung der Oberpfalz einen Antrag auf Raumordnungsverfahren für mögliche Standorte Teublitz, Steinberg und Wackersdorf   Siehe 1)
         
27.03.1982   Erste Großdemonstration in Schwandorf mit ca. 15000 Teilnehmern   Eigene Angaben
         
17.09.1982   Abschluss des Raumordnungsverfahrens durch die Regierung der Opferpfalz   Siehe 2)
         
01.11.1982   DWK stellt auch für niedersächsischen Standort Dragahn Antrag für WAA   Siehe 2)
         
28.10.1982   DWK entscheidet sich für Wackersdorf als Standort und stellt nach Art. 7 Atomgesetz beim Bayerischen Umweltministerium Antrag auf Errichtung und Betrieb einer WAA    

3) Kurzbeschreibung für die Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, Jan. 1988,

DWK und DWW (Deutsche Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf GmbH)
         
23.08.1983   DWK stellt Antrag auf 1. Teilerrichtungsgenehmigung (TEG)   Siehe 3)
         
Ende Nov. 1983   53017 Einwendungen wurden gegen 1. TEG eingereicht.   Siehe 1)
         
07.02.1984   Erörterungstermin zur 1. TEG in Neunburg vorm Wald   Eigene Angaben
         
18.03.1984   Kommunalwahlen in Bayern: CSU verliert Mehrheit im Kreistag, Landrat Schuierer mit 70% wiedergewählt   Eigene Angaben
         
04.02.1982  

DWK entscheidet sich für Standort Wackersdorf.

Gemeinderat Wackersdorf stimmt in Sondersitzung am 06.02.1985 der WAA zu.
 

Siehe 1)

u. eigene Angaben
         
22.02.1985   DWK stellt Bauantrag für WAA   Eigene Angaben
         
24.09.1985   Bayerisches Umweltministerium erteilt 1. TEG    
         
11.11.1985   Erstmalige Anwendung des sogenannten „Selbsteintrittsrechts des Staates“, das der Bayerische Landtag am 09.07.1985 beschlossen hatte. Dadurch werden die Baugenehmigungen des Landratsamtes durch den Freistaat vorgenommen.   Siehe 2)
         
07.01.1986   Räumung des „Hüttendorfes“ durch mehrere tausend Polizisten   Eigene Angaben
         
März 1986   Beginn der Bauarbeiten   Eigene Angaben
         
01.05.1985   Das bisherige gemeindefreie Gebiet „Taxölderner Forst“ wird überwiegend in die Gemeinde Wackersdorf eingegliedert   Eigene Angaben
         
18./19.05.1985   Mehrere Zehntausend demonstrieren gegen die WAA   Eigene Angaben u. siehe 2)
         
22.05.1986   Gegen Landrat Hans Schuierer wird ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das im April 1989 wieder eingestellt wird.   Siehe 1)
         
04.03.1987   Die Regierung der Oberpfalz. erklärt die Baugenehmigung für das Brennelementeingangslager für sofort vollziehbar. Später lehnt der Bayerische Verwaltungsgerichtshof einen Baustopp ab.   Siehe 1)
         
August 1987   Gemeinderat Wackersdorf beschließt Änderungsverfahren zum „WAA-Bebauungsplan“   Eigene Angaben
         
9.-11.10.1987   Gemeinderat Wackersdorf beschließt Änderungsverfahren zum „WAA-Bebauungsplan“   Eigene Angaben
         
26.01.1988   DWK beantragt 2. TEG   Siehe 1)
         
29.01.1988   BayVGH hebt den Bebauungsplan des Landratsamtes Schwandorf auf ,,weil nuklearspezifische Risiken nicht ausreichend berücksichtigt wurden.“   Siehe 2)
         
Juli 1988   Erörterungstermin zur 2. TEG in Neunburg vorm Wald wird nach 23 Verhandlungstagen überraschend beendet.   Eigene Angaben
         
August 1988   Landratsamt Schwandorf lehnt Baugenehmigung für Hauptprozessgebäude ab.   Siehe 1)
         
31.05.1989   DWK macht Baustopp und schließt um 16 Uhr das große Haupttor. DWK Vorstandsmitglied Dr. Walter Weinländer gibt bekannt, dass 2,6 Milliarden DM bis dahin ausgegeben wurden.   Eigene Angaben, sowie: siehe 2)
         
06.06.1989   Frankreich und Deutschland unterschreiben gemeinsame Erklärung, wonach jährlich 500 Tonnen Kapazität in La Hague aufgearbeitet werden sollen.   Eigene Aufzeichnung Bayerischer Rundfunk

 

 

Eine Zusammenstellung von Josef Hottner.

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